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Gut zu wissen: Paar sein in der Pandemie

Sind Paare in der Corona Pandemie im Vorteil?

Ein Beitrag von Inken Möller

Manuela fällt langsam, aber sicher die Decke auf den Kopf. Seit dem Beginn des Lockdowns sind sie und ihr Mann Thomas fast nur noch zu Hause und damit auf sich und ihre Beziehung reduziert. Dabei haben sie sich immer super verstanden, hatten sich immer viel zu Erzählen und langweilig war ihr mit Thomas nie. Am Anfang des Lockdowns hatte sie sogar Mitleid mit alleinstehenden, als Single lebenden FreundInnen und KollegInnen. Fühlte sich gar privilegiert in einer Partnerschaft zu leben. Was anfangs so angenehm und entspannend war, stellt sich inzwischen als immer anstrengender und nervenaufreibender heraus.

Paare, die es bisher gewohnt waren, dass jeder seinen Freiraum innerhalb und außerhalb der eigenen vier Wände hatte, sind jetzt häufig auf Home-Office und die wenigen Möglichkeiten außerhalb des Hauses reduziert. Der fixe Montagstratsch mit der Freundinnengruppe beim Heurigen, der gewohnte Fußballabend der Männerrunde am Mittwoch, den sie für ein Entspannungsbad nutzen konnte, der samstägliche Spieleabend mit Freunden waren alles liebgewonnene Fixpunkte der Woche. Jetzt besteht der Alltag mehr und mehr aus einer Aneinanderreihung von gleichen Tagen, in denen die gewohnte Tagesstruktur auch noch fehlt. Das kann, besonders nach jetzt schon so langer Zeit des Lockdowns, zu Spannungen und Konflikten in der Partnerschaft führen.

Aber wie kann man als Paar in dieser Pandemiezeit damit umgehen?

Gerade jetzt ist es wichtig, sich zu Hause eine angemessene Struktur zu schaffen. Und zwar gemeinsam und jeder für sich. Das bedeutet:

Zu einer bestimmten Zeit aufstehen, auch wenn der Arbeitsbeginn im Homeoffice eventuell frei wählbar ist.

Sich morgens pflegen und herrichten, auch wenn das Haus nicht verlassen werden muss. Das eigene Wohlbefinden ist nach einer erfrischenden Dusche gleich ein ganz anderes.

Sich Zeit nehmen für gute und gesunde Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeitszufuhr bedenken. Vielleicht bietet sich jetzt endlich mal die Zeit, gemeinsam zu überlegen, was gekocht wird, zusammen Einkaufen zu gehen und dann in Ruhe miteinander die Mahlzeiten zuzubereiten?!

Sport im Freien und Spaziergänge sind auch im Lockdown erlaubt. Das seelische Gleichgewicht ist nach einem ausgedehnten Spaziergang, während dessen man Zeit für sich und seine Gedanken hat, gleich wieder ein ganz anderes.

Auch das mediale Verhalten sollte überdacht werden. Auch, wenn momentan viel Zeit für Medien vorhanden sein sollte, heißt es nicht, dass wir nach stundenlangem „Herumzappen“ besonders zufrieden sind. Nur, wenn wir mit uns im Reinen sind, können wir dem Anderen guttun.

Wichtig ist, dass sich jeder selbst gut behandelt, Dinge macht, die wohltuend oder interessant sind, und sich auch in den eigenen vier Wänden seine Freiräume schafft. Das gehört nach Möglichkeit besprochen, damit der Partner weiß, dass der eigene Freiraum nur etwas für einen selbst ist und nichts gegen den Anderen bedeutet.

Nehmen sie sich doch mal wieder aktiv Zeit für den Partner, leben sie nicht nebeneinander her Sprechen sie über interessante Zeitungsartikel, Medienberichte oder Filme.

Besinnen sie sich auch mal wieder auf die Dinge, die sie an ihrem Partner so zu schätzen wussten. Den Rückhalt, gute Gespräche, die gegenseitige Unterstützung, Vertrautheit und die körperliche Nähe. Leider fokussieren wir uns gern auf die Anteile des Partners, die wir nicht so gern haben und geraten dabei gern in eine emotionale Abwärtsspirale.

Fragen sie den Anderen, wie es ihm geht, was er bräuchte, denn mit gegenseitigem Interesse schaffen sie es auch, miteinander eine Struktur zu schaffen, die beiden gut tut und damit auch der gemeinsamen Beziehung.

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Dieser Blogbeitrag erscheint im Rahmen unserer Blogserie Gut zu wissen, in der unsere NetzwerkpartnerInnen ihren Erfahrungsschatz und ihre Expertise aus unterschiedlichsten Themen- und Lebensbereichen mit den EsslingerInnen teilen.

Inken Möller berät und begleitet als Lebens- und Sozialberaterin bei Problemsituationen unterschiedlichster Art - beruflich wie privat. Wenn Probleme überhandnehmen und das Leben aus der Balance gerät, darf man sich professionelle Unterstützung holen! Fast alle Menschen sehen sich im Lauf des Lebens mit seelischen Krisen konfrontiert - und bewältigen sie. Das Ziel ihrer Tätigkeit ist dabei immer die Hilfe zur Selbsthilfe. Oft genügen kleine Hilfestellungen, um das Leben wieder in den Griff zu bekommen und die mentale Gesundheit wiederherzustellen.

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AutorIn:

Michaela Mainer


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